Vögel füttern im Winter
Tief verschneite Landschaften, klirrende Kälte und das aufgeplusterte Rotkehlchen, das unter der geschlossenen Schneedecke kein Futter findet – ist das noch so? Was sind heute die Herausforderungen für Wildvögel im Winter? Und wie wichtig ist die Vogelfütterung?
Wir schreiben hier aus norddeutscher Perspektive. Unsere Winter sind oft grau und nasskalt. Wir erleben nur noch alle paar Jahre, dass Bucheckern, Zapfen und Wildkräuter unter einer dicken Schneedecke verschwinden und Wildvögel die knappen natürlichen Futterquellen nur noch schwer aufspüren können. Ob mit Schnee oder ohne – die Winterzeit bleibt für die Singvogelzeit eine herausfordernde Zeit. Wir erzählen euch, warum das so ist und wie die Winterfütterung für den nötigen Energieschub sorgt.
1. Hauptsache warm bleiben!
Pluster dich bloß nicht so auf? Doch, unbedingt! Singvögel brauchen jetzt ihre ganze Energie, um ihre Körpertemperatur von über 40 Grad aufrechtzuerhalten. Ihr aufgeplustertes Federkleid bildet dank der so eingeschlossenen Luft eine wärmende Isolierschicht. Zusätzlich fahren Amsel, Meisen, Rotkehlchen und Co. im Winter ein Energiesparprogramm: Ihr werdet kaum noch Vögel durch Euren Garten flattern sehen, der anstrengende Flugverkehr wird auf das Nötigste reduziert.
Trotz dieser Maßnahmen verbraucht der Vogel-Stoffwechsel viele Kalorien. Ein Singvogel, der nach einer kalten Winternacht nicht schnell genug energiereiches Futter findet, erfriert. Hier können wir Menschen mit der Vogelfütterung im Winter entscheidend helfen.
Damit Wildvögel ihre Körpertemperatur halten können, ist jetzt hochkalorisches Fettfutter gefragt. Speziell für die Winterzeit fertigen wir per Hand Bio-Meisenknödel als geballte Energiepakete.
2. An kurzen Wintertagen satt werden
Ganz egal, ob der Winter dicke Schneeflocken oder nasskaltes Schmuddelwetter bringt: Die Wintertage sind kurz und Singvögel haben viel weniger Zeit für die Nahrungssuche. Unsere heimischen Gartenvögel können nur in sehr begrenztem Maße körpereigene Reserven anlegen – übergewichtige Vögel gibt es nicht. Sie sind Tag für Tag darauf angewiesen, in den Stunden mit genügend Tageslicht ihren Energiebedarf zu decken. Es hilft ihnen deshalb enorm, wenn Menschen im Winter Vögel füttern und ihnen so eine verlässlich verfügbare Energiequelle bereitstellen.
Energiegeladen und ohne billige, kalorienarme Beimischungen zahlt unser schalenfreier Bio-Fettfuttermix direkt in den Energiehaushalt der Wildvögel ein.
Weichfutterfresser wie Rotkehlchen und Amseln brauchen weiche Nahrung, z. B. Regenwürmer oder im Winter eher Beeren, Fallobst oder unter dem Laub versteckte Insektenlarven. Werden sie in der Natur nicht mehr fündig, hat unser Bio-Fettfutter einen guten Anteil fettdurchzogener Haferflocken und Rosinen für sie parat.
Dass unser tiefhängendes Erdnusshäuschen auf dem Balkon die Amseln beharrlich zum Hüpfen brachte, hat uns selbst überrascht. Offensichtlich auch eine gute Kombi von weich und fettreich!
Übrigens: Es nützt Wildvögeln nicht sehr viel, dass viele Menschen schnell das Futterhaus rausstellen, wenn der erste Schnee fällt. Wildvögel müssen frühzeitig wissen, wo es verlässlich gefüllte Futterstellen für sie gibt. Wenn Ihr nicht das ganze Jahr füttert, denkt also bitte rechtzeitig daran, die Futterstelle für den Winter herzurichten.
3. Je länger der Winter, desto knapper die Nahrung
Die meisten Singvögel werden im Winter Vegetarier. Die Samen der Bäume sind eine echte Delikatesse! In Mastjahren, wenn Buchen oder Erlen besonders reich tragen, ist das Vogelhäuschen fast verwaist und wird erst im späteren Winter besucht, wenn die Vorräte zur Neige gehen.
Erlenzapfen und Bucheckern, Hagebutte und Holunder: Warum reicht die Herbsternte denn nicht? Die Frage ist nicht nur, wie reich Busch und Baum trug, sondern wie viel Platz wir Menschen der Natur einräumen. Wenn die Samen von Sommerblumen, Gräsern und Wildkräutern Mangelware sind, wenn die Beeren heimischer Gehölze oft schon im Oktober alle weggepickt sind, fehlt es an Hecken, Wildwiesen und Brachflächen, wo all das wachsen könnte.
Sind zum Beispiel die Sonnenblumen in den schmalen Ackerrandstreifen allzu schnell leergepickt, gibt es bei uns von deutschen Feldern geernet schwarze Sonnenblumenkerne – ein Klassiker unter den Energielieferanten für die Wintervogelfütterung. Und eine herrliche Art, die Kraft der Sommersonne in den Winter hinüber zu retten!
Nicht nur den meisten landwirtschaftlichen Flächen fehlt es an blühenden Streifen und Inseln, an Hecken, Hain und Busch. Auch Gärten und Parks sind oft nicht vogelfreundlich angelegt und werden zudem im Herbst allzu ordentlich aufgeräumt.
Unsere Bitte an alle, die ein bisschen Platz haben: Integriert die Zufütterung mit energiereichem Vogelfutter in einen naturnahen Garten, der Vögel zur Ernte einlädt. Und lasst, wenn Blumen, Stauden und Kräuter verblühen, die Samenstände stehen.
Wer Stauden und Gehölze erst im Mai zurückschneidet, bietet vielen Insekten in den hohlen Stängeln einen Überwinterungsplatz – und damit Vögeln Nahrung.
Fotos: Rotkehlchen im Schnee: (c) Ines Frye; alle weiteren: (c) Biovogelfutter vom Rasmus
