Spatzen trinken an der Vogeltränke

Wasserstelle gesucht: Vogeltränke ganz leicht selbst machen

Puh, ganz schön heiß gerade! Den Vögeln geht es jetzt wie uns, sie müssen mehr trinken. Aber wo? Wenn Pfützen und Gräben austrocknen, sind Vogeltränken im Garten wichtiger denn je. Aber auch im Winter bleiben Vogeltränken beliebte Tummelplätze zum Trinken und Baden.

Sperlinge planschen an Vogeltränke
Für Spatzen ist die Tränke, was für Menschen das Freibad: Hier werden soziale Kontakte gepflegt und damit der Verbund im schützenden Schwarm gestärkt.

Vögel bei Hitze schützen – so wichtig sind Vogeltränken

Abkühlung für die Vögel! In heißen, trockenen Sommern leiden Wildvögel an Wassermangel. Offene Wasserflächen sind in unseren trockengelegten Landschaften selten geworden, bei Trockenheit versiegen dann auch noch viele davon. Angelegte Brunnen und Wasserspiele, egal wie groß, sind für Vögel oft nicht erreichbar, wenn sie keinen flachen Rand haben. Vogeltränken im Garten und auf dem Balkon bedeuten deshalb eine lebenswichtige Hilfe. Futterstelle und Vogeltränke zusammen sind ein perfektes Duo!

Stellt die Vogeltränke möglichst an einen schattigen Standort, das Wasser bleibt kühler und verdunstet nicht so schnell. Bei heißen Temperaturen ist die Schale sonst oft schon mittags leer. Sauberkeit ist bei Hitze besonders wichtig, wechselt das Wasser täglich und spült die Schale gründlich aus. Aber ohne Reinigungsmittel! Wer keine Lust auf die Reinigung hat, kann auch zwei Vogeltränken im Wechsel benutzen. Während die eine Schale Vögel ans oder ins kühle Nass einlädt, trocknet die andere in der Sonne, wodurch Parasiten absterben.

Warum ist die Vogeltränke auch für Menschen toll?

Wenn Vögel keine Wasserquelle finden, sind sie auf wasserreiche Obstsorten wie Kirschen angewiesen. Andersherum gilt: Steht den Vögeln immer frisches Wasser zur Verfügung, sind die Johannisbeersträucher und Kirschbäume nicht mehr ganz so attraktiv. Win-win!

Junger Spatz trinkt an der Vogeltränke, Jungstar übt noch

Das Tollste aber ist: Es ist ein riesiges Vergnügen, Vögeln an der Tränke zuzuschauen. An der Wasserstelle kann man viel über Vögel lernen. Wir haben im Frühling fasziniert beobachtet, dass Jungvögel auch das Trinken erst lernen müssen. Dieser Jungstar wird es den Altvögeln noch abgucken, dass er den Schnabel nicht nur reinhalten, sondern ihn als Schöpfkelle nutzen muss – und dann auch noch den Kopf heben, damit das Wasser die Speiseröhre hinunterläuft. Gluck gluck!

Duschen, baden, herumspritzen

Jungstar (rechts) planscht mit Elternteil an der Vogeltränke. Spatz schaut zu.
Jungstar (rechts) planscht mit Elternteil an der Vogeltränke. Spatz schaut zu.

Die Vogeltränke ist auch beliebt als erfrischende Badestelle. Während Spatzen und Meisen nur ein bisschen herumspritzen, duschen die Stare ausgiebig oder tauchen ganz unter: Vögel müssen nicht nur viel trinken, sondern auch baden und ihr Gefieder pflegen.

Das Federkleid ist schließlich nicht nur Schmuck: Das gut gepflegte Gefieder garantiert nicht nur die Flugfähigkeit, sondern isoliert auch hervorragend gegen die kalte Luft.

Braucht man Vogeltränken auch im Winter?

Wir sind immer überrascht, wie oft unsere Vogeltränke im Winter angeflogen wird. Die Singvögel, die den Winter in unseren Breiten verbringen, brauchen auch in der kalten Jahreszeit verlässliche Wasserquellen. Sie müssen täglich trinken, denn Körner und Samen sind Trockenfutter, das keinen Flüssigkeitsbedarf decken kann. Die Wintergäste im Garten baden auch weiterhin häufig. Das Gefieder vereist dabei nicht, im Gegenteil: Es braucht die Pflege, um den Vogelkörper zur Winterzeit gut isolieren zu können.

Solange nicht alles zugefroren ist, finden Wildvögel sicherlich auch natürliche Wasserquellen. Allerdings ist die Gefahr groß, dass sie dabei Streusalzschmelzwasser trinken – das schmeckt nicht einfach nur versalzen, sondern ist für Vögel giftig.

Die eisfreie Vogeltränke

Weit verbreitet ist der Tipp, einen Tennis- oder Tischtennisball mit ins Wasser hineinzulegen, damit die Tränke nicht zufriert. Mit einem Tischtennisball hat es bei uns nicht funktioniert, vielleicht fehlte einfach der Wind, der den Ball in Bewegung halten soll. Wir haben daher im Winter zwei Vogeltränken im Betrieb: Während an der einen Vögel ihren Durst stillen, taut die andere in unserer Garage auf und kann dann wieder frisch befüllt werden. Klettern die Temperaturen weiter in den Keller und friert das Wasser zu schnell zu, hilft eine Konstruktion mit Grablicht: einfach ein paar Steine aufschichten, ein Grablicht in die Mitte stellen, anzünden und die Vogeltränke obenauf stellen.

Wie kann ich eine Vogeltränke selbst machen?

Fragst du dich, was du als Vogeltränke nehmen kannst? Du hast bestimmt etwas Passendes zu Hause, das du als Tränke umfunktionieren kannst: einen Blumenuntersetzer aus Keramik oder Ton, einen ausrangierten Suppenteller oder eine andere flache Schale. Du kannst so eine Schale einfach auf einen kleinen Tisch stellen, der aber mindestens ein Meter fünfzig hoch sein sollte, damit die trinkenden oder planschenden Vögel für Katzen unerreichbar sind. Alternativ kannst du die Vogeltränke auch aufhängen oder dir eine Stelzenkonstruktion überlegen.

Vögel müssen sich in der Nähe verstecken können, zugleich darf die Vogeltränke nicht so nah an Hecken oder Büschen stehen, dass sich Katzen von dort anpirschen könnten

Alternativ zur flachen Schale aus dem eigenen Hausstand gibt es im Handel natürlich eine Vielzahl hübscher Vogeltränken, getöpfert oder aus Metall wie im Bild. Aus Naturstein, Sandstein, Kalkstein, Granit oder Beton ist die Vogeltränke auch gleich frostsicher.

Füll das Wasser maximal fünf Zentimeter tief ein. Lege kleine Trittsteine mit hinein, dann können kleine Vögel zum Baden leicht hinein- und herauskommen. Auch Insekten müssen trinken und können auf kleinen Steinen ebenfalls gut landen und von dort mit getrockneten Flügeln gut wieder abfliegen.

Vogeltränke zwischen Verstecken, Sonnenplatz und Futterhaus
Vogeltränke, Sonnenplatz, Versteck und Futterhaus – alles zusammen ist eine richtige Vogeloase!


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